Archiv für März 2012

5 Jahre KAZ Herne e. V. – die Party geht weiter!

Am 01. März 2012 wurde das Kulturell-Alternative Zentrum Herne e. V. (KAZ) fünf Jahre alt. Auch wenn die angestrebte Räumlichkeit in unmittelbarer Nähe der Herner Innenstadt bisher nicht gefunden werden konnte, so ist dies doch ein guter Grund zum feiern.
Das KAZ steht mittlerweile für fünf Jahre kontinuierliche sowie unabhängige (Jugend-)Kulturarbeit und hat mit dem jährlichen KAZ-Open Air ein Open Air-Highlight in der Stadt etabliert, welches sich weit über die Stadtgrenzen hinweg einen Namen gemacht hat. Nicht nur in den nächsten fünf Jahren soll es natürlich weiterhin neben Konzerten auch Partys, Bildungsveranstaltungen und weitere kreative Veranstaltungen geben.
Die Korken knallen lässt das KAZ am Samstag, dem 31. März in den Wanne-Eickeler „Kammerspielchen“. Ab 21 Uhr öffnet die Tanzfläche und es wird sowohl für die Fans der elektronischen Tanzmusik als auch für die Gitarrenfreunde gesorgt sein. Der Eintritt für KAZ-Fördermitglieder ist frei und beträgt ansonsten 3,- Euro.

5 Jahre KAZ Herne e. V. – ein kleiner Rückblick und Zwischenstand

5 Jahre Vereinsarbeit sind doch schon eine lange Zeit und machen einen kleinen Rückblick auf die bisherige Arbeit nötig. Anbei eine kleine Zeitreise in Textform.

Zusammen in einem Boot…

Am 01. März 2007 trafen sich in der Kulturgaststätte „Sonne“ zwölf Personen aus dem Herner Kulturspektrum und privat engagierte Jugendliche, um den gegebenen kuturellen Verhältnissen in Herne etwas Feuer unter dem Allerwertesten zu geben. Der Ist-Zustand im März 2007 war alles andere als zufriedenstellend:
Mit dem ehemaligen „Plan 9″ schloss Ende der 90er Jahre das vorzeitig letzte selbst betriebene Kulturzentrum in Herne seine Pforten. Als einzig beständiger Anlaufpunkt für junge Musiker diente das Eickeler „JZ Heisterkamp“, begrenzt auf einen Zwei-Monats-Intervall samstags bis gerade einmal 22 Uhr.
Sowohl die Kulturgaststätte „Sonne“ als auch der Musikertreff „Auf dem Stennert“ waren aufgrund ihrer vom Verein oder von den Nachbarn eingeschränkten Struktur nur mit Abstrichen als Alternative zu nennen und tlw. mit einem großen finanziellen Aufwand, also für einen jungen Künstler immer mit großen Risiken verbunden.
Nichtsdestotrotz gilt aber sowohl an den „Heisterkamp“, an die „Sonne“ als auch an den „Musikertreff“ an dieser Stelle ein großer Respekt für die Arbeit, die sie innerhalb ihrer Möglichkeiten auch heute noch leisten. Gleiches gilt auch für die Organisatoren des „Roomservice“, die aufgrund des vorgegebenen Terminplans der Flottmannhallen leider eh etwas aus dem Raster fallen.

Zusammenfassend war die Situation 2007 mehr als unzufriedenstellend für jeden jungen Menschen, der sich entweder kulturell ausleben oder aber auch nur konsumieren wollte. Ziel des KAZ Herne e. V. war es nun über kurz oder lang eine feste Anlaufstelle in unmittelbarer Nähe der Herner Innenstadt zu etablieren, in der jungen Menschen zum einen eine Plattform zur Auslebung ihres kreativen Potentials gegeben und zum anderen ein stetiger Anlaufpunkt auf non-profit-Basis geschaffen werden sollte. Dazu sollte auch bisher heimatlosen Initiativen die Möglichkeit eines Treffpunktes gegeben werden.
Für die Übergangszeit entschied man sich dafür verschiedenste Orte für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen, aber ebenso mit Nachdruck weiterhin auf die subkulturelle Situation in der Stadt aufmerksam zu machen.

…die ersten Klippen…

Nach der völlig überfüllten Auftaktveranstaltung und mehr als gut besuchten Folgeveranstaltungen, zeigten sich -auch anhand der steigenden Fördermitgliederzahlen- immer mehr junge Leute von der Idee begeistert. Das Konzept schien Früchte zu tragen und mit der ehemaligen Bunkeranlage am Herner Westring wurde auch ein erstes Objekt gefunden, welches von der Größe und vom Ort her in das gesuchte Schema passte. Es wurden erste Gespräche mit dem Bauordnungsamt sowie potentiellen Unterstützern geführt. Die Ernüchterung erfolgte dann aber im Mai 2010. Das Bundesvermögensamt, welches die ehemaligen Bundesgebäude verwaltet, verhängte nach einem Brandunfall in einer anderen Bunkeranlage einen sofortigen Vermietungsstopp und war alternativ nur dazu bereit ein komplettes Gebäude zur Eigennutzung zu verkaufen. Da Letzteres unseren finanziellen Rahmen doch ein wenig gesprengt hätte, mussten wir das Projekt „Bunker“ enttäuschend abschließen.
Ende 2010/Anfang 2011 stieß man zufällig auf das unter Insolvenzverwaltung stehende Gelände an der Dornstraße, in unmittelbarer Nähe zum Herner Bahnhof. Auch hier war die Lage ideal. Obwohl aufgrund der schwebenden Insolvenz hier keine zeitliche Stabilität gegeben war, führte man etliche Gespräche um zumindestens einen temporären Anlaufpunkt zu schaffen. Die Gespräche waren zum Ende hin sehr mühsam. Nachdem die von uns anvisierte Räumlichkeit plötzlich durch Vandalismus vehemend in Mitleidenschaft gezogen wurde, wurde uns eine sehr viel größere Räumlichkeit angeboten. Allerdings schien der Insolvenzverwalter nie wirklich an einer ernsthaften Vermietung interessiert. Letztendlich zog sich auch unser möglicher Kooperationspartner für diese ansonsten zu großen Räume zurück und auch dieses Kapitel musste geschlossen werden.

…eine Insel in sicht?

2012. Zumindest zum Teil hat sich in den letzten Jahren etwas in der Stadt getan. Der Stennert macht deutlich mehr Veranstaltungen als vor Jahren, der Roomservice hat sein Programm um den Poetryslam „Sprechreiz“ ausgebaut und mit dem „Rockbüro“ wurde in Wanne-Eickel eine weitere musikalische Alternative zum Heisterkamp geschaffen, der nun allerdings nur noch alle zwei bis drei Monate zu Veranstaltungen lädt. Auch die Kontakte zum Kulturbüro und Anfragen an die Stadt sind mittlerweile weitaus leichter herzustellen. Einzig die Herner Innenstadt bleibt weiterhin – mit Abstrichen- tot.
Dank unseres neuen Kooperationspartners sind für das Frühjahr erneut Gespräche bzgl. eines öffentlichen Gebäudes der Stadt Herne angedacht. Die Mitgliederzahlen des KAZ sind (Stand: Januar 2012) im Großen und Ganzen stabil. Arbeits- oder studientechnische Austritte werden auf der anderen Seite immer wieder durch junge neue Mitglieder kompensiert. Erfreulicherweise wurden in den letzten Monaten auch einige neue aktive Menschen hinzugewonnen, die die kommenden Veranstaltungen durch ihre kreativen Ideen sicherlich mit beeinflussen werden.
Auch in Zukunft sollen das jährliche KAZ-Open Air, der KAZ-Cup, Konzerte sowie viele andere spontane sozio-kulturelle Veranstaltungen feste Bestandteile des KAZ Herne e. V. bleiben.
Weiterhin freut sich das KAZ Herne natürlich immer über neue Aktive, Fördermitglieder oder aber potentielle Unterstützer und Institutionen, die das Konzept des KAZ unterstützen oder aber finanziell unter die Arme greifen wollen, damit das Ziel einer unabhängigen Räumlichkeit in bzw. an der Herner Innenstadt in Zukunft real wird.




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